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(www.modellflug-freakshow.at)
MOTORSTURZ
und
MOTORZUG
GRUNDSÄTZLICHES: als "MOTORSTURZ" wird jener Winkel bezeichnet, um den die MOTORLÄNGSACHSE zur RUMPFLÄNGSACHSE nach unten geneigt ist. Als "MOTORZUG" bezeichnen wir jenen Winkel, um den die MOTORLÄNGSACHSE zur RUMPFLÄNGSACHSE nach rechts (oder links) gerichtet ist.
Da der Motor einen
Geschwindigkeitsvortrieb liefert, die Fläche dadurch schneller angeströmt wird
und mehr Auftrieb liefert, muss dieser Umstand durch den MOTORSTURZ ausgeglichen
werden. D.h., der Motor muss bei Vollgas das zusätzliche Auftriebsmoment der
Fläche kompensieren, indem seine Kraft (teilweise) in Abtrieb umgesetzt wird.
Das Modell sollte also bei Vollgas geradeaus fliegen. Andererseits muss der
Sturz so eingestellt sein, daß beim Drosseln auf Standgas das Modell nicht -
durch das wegfallende Abtriebsmoment - in den Himmel steigt, da nach dem
Drosseln die Fahrt sofort in Höhe umsetzt wird. Man kann die Umsetzung von
Fahrt in Höhe schön testen, indem man das Modell - egal welches - in einen
Sinkflug steuert und nach ein paar Sekunden Geschwindigkeitsaufnahme das
Höhenruder loslässt.
Es muss also ein Kompromiss gefunden werden, bei dem das Modell sowohl bei Vollgas
als auch bei Standgas nicht nach unten oder oben zieht.
Hier spielen EWD und MOTORSTURZ zusammen eine Rolle. Bei viel
EWD
erzeugt die Fläche schon bei geringen Geschwindigkeiten viel Auftrieb, daher
wird das Modell bei Vollgas ohne Motorsturz bis zum Strömungsabriss nach oben ziehen. Drosselt man in so
einem Fall, nimmt das Modell durch den jetzt fehlenden Vortrieb und dem sich
durch den höheren Widerstand der Fläche damit ergebenden Geschwindigkeitsverlust sofort die Nase herunter
(fehlender
Vortrieb + zu wenig Geschwindigkeit = Knacks ). Reagiert man falsch und
beginnt zu ziehen, d.h. noch mehr Geschwindigkeit wegzunehmen, so ist Kleinholz
vorprogrammiert.
Jedes Modell will geradeaus fliegen.
Dabei unterstützt uns das Seitenruder, das einen stabilisierenden Effekt auf
die Flugbahn unseres Modells ausübt. Nun schrauben wir aber in unserer Gier,
schneller vorwärts zu kommen, einen Motor vorne drauf. Dieser Motor treibt eine
Luftschraube an, die dann mehr oder weniger schnell rotiert und dadurch
Vortrieb liefert und die Luft (durch die Drehung der Luftschraube in einer Art
"Korkenzieherbewegung") nach hinten beschleunigt. Das Seitenruder
wird nun von einer Seite angeblasen, wodurch das Flugzeug in eine (dem Druck
entsprechende) Kurve gedrückt wird. Machen wir nun nichts
dagegen, so wird unser Modell bei Vollgas eine entsprechende Kurve fliegen. Gleichen wir selbige Tendenz
nun mit der
Seitenrudertrimmung aus, so das es bei Vollgas geradeaus fliegt, wird das Modell
im gedrosselten Zustand eine entgegengesetzte Kurve fliegen, weil ja die Trimmung
des Seitenruders auf diese
Seite gestellt ist und der Druck des Propellerstrahls fehlt.
Nun tritt uns der MOTORZUG hilfreich in die zur Seite. Da unser
Propeller in
Flugrichtung gesehen rechts herum rotiert, müssen wir den Motor, ebenfalls in
Flugrichtung gesehen, so ausrichten, dass er in der Regel nach rechts zeigt. Und zwar nur um
jenen Wert, der die Propellerströmung der Luftschraube wieder ausgleicht und das
Modell keine Kurve fliegen lässt. Dieser Wert ist genau so wie der Motorsturz
abhängig von der Stärke des Motors, dem verwendeten Propeller, der Drehzahl
sowie der Gesamtauslegung des Modells und daher für jedes Modell individuell
anzupassen. Man spricht dann von Rechts- oder Linkszug.
Genaueres findest Du in den Artikeln zum Thema "richtiges Einfliegen", Motorsturz/Motorzug.